Rekett, Willy - Lebenslauf

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Karlo Vegelahn

Lebenslauf von Willi Rekett

[*16.04.1897 Lößnitz +22.12.1965 in Osterode]

Willi RekettIch der Unterzeichnete wurde als Sohn des Maurers Friedrich Wilhelm Rekett welcher mit Selma geb. Georgi verehelicht war am 16.4.1897 zu Lößnitz im Erzgb. Sachsen geboren. Schon nach einigen Jahren verlegten meine Eltern ihren Wohnsitz nach Schlawe in Pommern, welches der Geburtsort  meines Vaters war. Vom 6. Lebensjahr besuchte ich die Volksschule, an welcher ich anschließend im Jahre 1914 meine Lehre als Dachdecker antrat. Nach verlauf von 3 ½ Jahren, hatte ich meine Lehrzeit beendet, verblieb einige Monate bei meinem Lehrherrn, und beteiligte mich dann anschließend an den .... arbeiten b.  ... bis zur Auflösung der Formation.

Alsdann hatte ich Gelegenheit mich beruflich zu betätigen in Stolp in Pommern, war im März 1916 auch meine Einberufung erfolgt. Nach Beendigung des Weltkrieges  No.1, machte ich mich 1919 selbstständig. Im Jahre 1920 ging ich mit meiner Frau Anna geb. Rohde die Ehe ein, aus welcher 1 Sohn u. 3 Töchter hervorgingen. Der Weltkrieg hatte mich zu einem Kriegsgegner gemacht, und vertrat darum eine neue Weltanschauung [Bibelforscher / seit 1931 Jehovas Zeuge]. 1928 machte ich vor der Handwerkskammer zu Stettin meine Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk. Das vorhergehende Regime war ein Feind aller Wahrheits-, und Gerechtigkeitsliebender, und somit setzte schon im Anfang der dreißiger Jahre die Verfolgung ein, und am 24.10.1936 wurde ich von der Gestapo Köslin in Pommern auf Grund des Gesetzes zum Schutz von Volk und Staat verhaftet. Vom Sondergericht Stettin zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, und anschließend dem Konzentrationslager überwiesen, aus welchen meine Befreiung erst durch die Russ. Streitkräfte erfolgte. Es war mein Wunsch nach so langer Trennung von Frau und Kindern in meine Heimat zurückzukehren was mir auch möglich war trotz mancher Hindernisse. Von meinen 4 Kindern fand ich 2 vor. Meine älteste Tochter welche durch meine Stellungnahme viele Schwierigkeiten hatte, verstarb am 5. Juni 1946. Eine zweite im Alter von 20 Jahren ist wahrscheinlich verschleppt, der Sohn am 30. Januar 1945 eingezogen, hat bisher keinerlei Lebenszeichen von sich gegeben. Mein Bemühen mein Grundstück wider angenehm zu Halten, hatte erfolg,, doch mußten wir am 1.9.1946 das Gebiet mit Handgepäck verlassen. Durch das Flüchtlingslager Pöppendorf b. Lübeck, wurden wir nach Steinheim Krs. Höxter Westf. verlegt. Vom Sondergerichtsausschuß Höxter als Verfolgter unter No.186 anerkannt bemühte ich mich beruflich nach Osterode was mir auch möglich war Beschäftigung zu finden. Obwohl mir sofort eine Wohnungsmöglichkeit zugesichert war verzögerte sich diese bis zum 10.3.1947, und nach dieser langen Wartezeit sind mir alsdann 2 kleine sehr feuchte Zimmer angewiesen wahrscheinlich für einen der fast 10 Jahre unter untragbaren Zuständen sein Leben gefristet hat gut genug. Alles bemühen scheint vergeblich zu sein. Doch auch diesmal gebe ich die Hoffnung nicht auf. In der Erwartung auf Grund der einwandsfreien Unterlagen Unterstützung zu finden

Willi Rekett


siehe:
Rekett, Willi - HarzKurier 27. Januar 2005
Rekett, Albert Friedrich